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INA HOLITZKA
in: MYTHOS EIGNUNGSPRÜFUNG, Pecher & Böckmann (Hrsg.), Pecher & Böckmann / Essen, Klartext - Verlagsgesellschaft, ISBN 3-89861-152-3


Seinem Vermögen trauen -
Offenheit und Fähigkeit zum eigenen Standpunkt

  - Darf man das?
- Kann man das?
- Wie geht das?
 

Seit Jahren höre ich vernehmlich, oder mit gekräuselter Stirn diese Fragen. Junge, durchaus künstlerisch talentierte Schulabgänger haben den Wunsch, Design oder Kunst zu studieren. Sie wollen kreieren, gestalten und etwas bewegen. Nur leider fehlt oft der Mut - etwas zu wagen und seinem kreativen Vermögen zu trauen.

Sehen wir, was wir sehen?
Oder meinen wir, es bereits zu wissen?


Künstlerische Blickwinkel führen zu neuen Wahrnehmungen. Eine bestimmte Sicht, was “wirklich” ist, wird aufgebrochen und hinterfragt. Kreativität entsteht da, wo Neues ausprobiert wird, neue Wahr-Nehmungen zugelassen, unerwartete Zugänge und Lösungsmöglichkeiten eröffnet werden. Sie entsteht, wenn man sich neugierig und spielerisch auf neue Wege traut und einlässt.

Meistens steht eine schulische Altlast im Weg - ordentlich, angepaßt und nur keinen Fehler machen, es geht ja um die Note. Doch Technik und Fleiß allein tun es nicht. Der Mut, eine Sache aus einen anderen Standpunkt oder einer anderen Sichtweise zu betrachten, ist selten.

Schade eigentlich, denn so verpassen junge Menschen eine wichtige Entdeckung und Entwicklung: ihr “anschauliches Denken”, das Fundament für kreatives Arbeiten, kennen zu lernen, auszubauen und wertzuschätzen.

Dem üblichen, konvergenten Denken, welches geradlinig auf eine Lösung hinzielt, steht ein divergentes Denken gegenüber, welches auf vielfältige Weise zu meist ungewöhnlichen Lösungsmöglichkeiten führt - was nicht nur der kreativen, gestalterischen Arbeit zugute kommt!
Die Kenntnis beider Denkstrategien schafft Freiraum, Vielfalt und Zutrauen für die eigene kreative Arbeit.

Die Zeit der Mappenentwicklung ist Herausforderung und Chance, seinem kreativen Potential auf die Spur zu kommen. Sein Wahrnehmungsvermögen kennen zu lernen, zu erweitern und auszukosten:

  - Wie nehme ich wahr?
- Wie bemerke und erkenne ich Zusammenhänge?
- Wie sind meine Empfindungen und Erfahrungen?
- Was berührt mich?
 

In meiner langjährigen Praxis als Künstlerin und Dozentin begleite und fördere ich junge, ambitionierte Menschen in ihrem künstlerischen Prozess (www.fein-art.de). Um seinen Blickpunkt und eigene Bildsprache (wieder) zu entdecken und (weiter) zu entwickeln braucht es Zeit und Raum:

- Zum Erforschen und Probieren, Analysieren und Erkennen, Erfahren und Umsetzen.
- Für Austausch und Reflexion mit sich und anderen.
- Seinen Standpunkt richtig einzuschätzen, Stärken und Schwächen zu erkennen.
Auf der Basis elementarer Gestaltungsgrundlagen wird beim Mappen-Coaching eine eigene visuelle Sprache gefördert. Je vielschichtiger dieser Prozeß erlebt wird, um so flexibler kann man auf die vorgegebenen Aufgaben in der Eignungsprüfung zugehen, denn es geht um Neugier, Flexibilität und Originalität.

Sein Wahrnehmungs-, Darstellungs-, Vorstellungvermögen “anschaulich” sichtbar werden zu lassen, heißt, seinem Vermögen zu vertrauen und es wertzuschätzen.

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